Traumkulisse am Uvac

Einer meiner bisher schönsten Reisemomente (von denen es natürlich unzählige gab) ereignete sich in Serbien zwischen dem 21.-23. September 2020 auf unserer Fahrt zum Uvac – einem Fluss, der äußerst kurvenreich durch Kalksteinfelsen verläuft, wodurch die Uvac Schlucht sicherlich einen Platz in jedem Reiseführer erhält. Die schlangenförmigen Mäander waren durchaus nett anzusehen, doch mein Highlight des Tages war ganz anderer Natur. Apropos Natur, die traumhafte Landschaft auf dem Weg zum Aussichtspunkt gehört ebenfalls zu meinen absoluten Reisefavoriten. 

Die Aussichtsplattform selbst war hingegen eine weniger liebevoll hergerichtete Sammelstelle für Touristen mit der obligatorischen Souvenirverkaufseinheit. Auf dem Parkplatz hing ein rosa Schlüpfer am Baum, sehr witzig. Wir waren (mal wieder) komplett allein an diesem Ort. Nur ein einsamer, irrer Schnupie („Schnupies“ – mit langem „U“ und langem „I“ – so nenne ich seit ein paar Wochen die vielen süßen Straßenhunde, die uns auf unserer Reise begegnen und manchmal auch ein kleines Stück begleiten) kam auf dem Parkplatz auf uns zugelaufen und freute sich einen Ast ab, uns zu sehen. Im ersten Moment dachte ich wirklich, dass der Hund irre sein muss, weil er total aufgedreht und hyperaktiv hinter uns hergelaufen ist und dabei die ganze Zeit wie verrückt gehechelt hat. Doch nach einer Weile war klar, dass es sich um ein ganz liebes Hündchen handelte. Als es langsam dunkel wurde, fuhren wir ein paar Kilometer in die Traumlandschaft zurück – gefolgt von unserem treuen Schnupie-Freund. Zum Einschlafen hörten wir das Finale aus der Hörspielreihe „In zweiter Instanz“ von Bastian Pastewka (leider nicht zu empfehlen, auch wenn wir den Bastian P. eigentlich mögen). 

Unser Stellplatz war so unglaublich schön, dass ich mir um 6 Uhr extra einen Wecker getellt habe, um vor dem Sonnenaufgang aufzustehen, damit ich das Naturspektakel frühmorgens live miterleben kann (und zwar draußen an der frischen Luft, nicht nur aus dem Bett heraus, wie sonst immer). Sogar Marco hat sich von mir motivieren lassen aufzustehen. Mit der Kamera bewaffnet gingen wir den Hang hinauf, erfreuten uns an der Schönheit der aufsteigenden Sonne und als ob dieser Moment nicht schon mitreißend genug war, kam uns auf einmal unser Schnupie freudig entgegen. Doch er war nicht allein. Und er war gar kein „er“. Unser Schnupie entpuppte sich als Schnupie-Mama und sie hatte vier fröhlich Hundebabies im Schlepptau. Der Sonnenaufgang, die Traumkulisse, die Schnupie-Mama mit ihren Baby-Schnupies. Kann es einen herzergreifenderen Moment geben? Wir haben noch den ganzen Vormittag mit der Hundefamilie verbracht und waren überwältigt wie liebevoll die Mama mit ihren Kids gespielt und sich um die Kleinen gekümmert hat. 

Der Schotterweg sorgte an diesem Tag zum ersten Mal für einen Stein zwischen unseren Zwillingsreifen (wir prüfen das zum Glück regelmäßig). Nachmittags fuhren wir vom Uvac zum Nationalpark Kopaonik, wo wir am nächsten Tag eine kleine Wandertour durch das Skigebiet machten (wobei wir feststellen mussten, dass die Atmosphäre von Skigebieten nicht so unser Ding ist). Auf der Weiterfahrt Richtung Bulgarien sind wir in einen Hagelsturm geraten, haben Äste von der Straße geräumt und hätten beinahe das Ende eines malerischen Regenbogens erreicht. 

Und am Schluss noch ein Hinweis an alle Hundefreunde unter euch: Das neue Waldigram „Schnipp Schnapp Schnupies“ ist online! Ein Waldigram für alle, die sich auch so sehr über niedliche Hunde freuen, wie ich es tue. Hier teile ich mit euch meine tierischen Lieblingsfotos im Schnupie-Format.

2 Gedanken zu „Traumkulisse am Uvac“

  1. ooooh wie schön die sonnenaufgangsgeschichte mit den schnuuupiiis…!! ich bin entzückt! ich hoffe ihr habt es einigermaßen warm an eurem strand! zumindest könnt ihr euch sicher mit den ganzen warmen Erinnerungen beim Bilder sortieren wärmen 🙂

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