Beste Feste 20/21

Der Jahreswechsel von 2020 auf 2021 hatte für uns in Griechenland ein Highlight nach dem anderen zu bieten. Dank mehrwöchigem Quarantäne-Camp im November am Elea Beach, konnten wir mit unserer Wahlfamilie auch im Dezember und Januar die Reisegemeinschaft (RG) bedenkenlos fortführen. Zwischenzeitlich wurde unsere RG zu einer WG und später sogar zu einem Co-Working-Space. Dann fusionierten wir wieder zu einer SG (Strandgemeinschaft) bis sich unsere Wege vorerst trennten, um an einem anderen Strand wieder zusammenzufinden. Aber ich fange mal lieber von vorne an.

Kurz vor Weihnachten befanden wir uns auf dem Jakobsweg. Naja, mit dem Jakob auf dem Weg… also unterwegs mit Jakob… nennen wir es einfach „Jakob’s Reisen“. Gemeinsam erkundeten wir eine Kapelle zwischen Olivenhainen, kochten unser Lieblingsmoussaka, begleiteten Jakob per Walkie-Talkie bei einer Wanderung (genau, Marco und ich sind an dem Nachmittag faul im Bus geblieben), folgten Jakob in wilder Fahrt auf einen Berg hinauf und stiegen dort oben in ein verlassenes Kloster ein (naja, also es gab einen Hintereingang und ja, die Gebeine, die wir dort fanden, jagten uns einen gehörigen Schrecken ein).

Nun stand Weihnachten kurz vor der Tür. Unser erstes Weihnachten weit weg von unseren Familien. Ich habe richtig doll Heimweh bekommen (da halfen auch keine Schnapspralinen mehr), freute mich auf der anderen Seite aber auch auf das Abenteuer „Weihnachten am Strand“. Was hilft gegen Heimweh? Eine gewohnte Umgebung (zurück zum Elea Beach, check!), im Kreise gewaltig netter Menschen (Wiedersehen mit unserer Lockdown-Truppe, check!) und zu Weihnachten natürlich ganz gewöhnliche Weihnachtstraditionen (Weihnachtsbaum, Weihnachtslieder, Weihnachtsessen, check!). Das Ganze bei Sonnenschein und einer Außentemperatur von 21 Grad, großartig!

Und schwupps, war Weihnachten auch schon wieder vorbei. Kurzer Abschied (man sieht sich ja sowieso bald wieder) und ab zum nächsten Abenteuer – Wandern im Regenschauer („Walking in the rain“). Das erste Drittel von der Wandertour war noch ganz lustig, aber irgendwann wurde es neutral bis unangenehm. Von den Neda Wasserfällen haben wir nur das kleine, eher unspektakuläre Wasserfällchen gesehen und erst auf dem Rückweg gerafft, dass es eigentlich noch einen großen Wasserfall gibt. Nächstes Mal vielleicht. Dank Standheizung konnten wir immerhin unsere Klamotten trocknen und spätestens als uns auf der Weiterfahrt ein Hundewelpe entgegenkam, den wir mit Futter versorgten, hatte ich wieder gute Laune. Aus dem Cockpit heraus sah das Regenwetter sogar ziemlich romantisch aus und bei unserer Ankunft in Koroni strahlte der Himmel endlich wieder blau.

Von einem Fest zum nächsten. Silvester war für uns etwas Besonderes, denn die Kölner luden uns und den Rest unserer Lockdown-Familie (zumindest der Teil, der noch in Griechenland war) in ein Ferienhäuschen ein. Nach einem Dreivierteljahr Busleben fühlten sich vier Wände (vier „echte“ Wände) irgendwie merkwürdig an, aber irgendwie auch gut. Von der warmen Dusche will ich gar nicht erst sprechen. Waldrian wurde zum privaten Schlafzimmer mit Meerblick und die große Wohnküche zum geselligen Treffpunkt unserer Reise-WG. Bereits am ersten Abend mit Rotwein und Scotch am wärmenden Kamin wurde es richtig heimelig. Am Silvesternachmittag traf auch der Rest unserer kleinen Truppe ein und wir feierten das vergangene Jahr mit einem üppigen Silvesterbüffet. Auf das neue Jahr stießen wir gleich zweimal an – einmal zur griechischen Zeit und noch einmal (eine Stunde später) zur deutschen Zeit.

Leicht verkatert, dennoch tiefenentspannt wachten wir am Neujahrstag bei schönstem Wetter auf. Eine gemeinsame Wanderung am Nachmittag brachte unseren Kreislauf in Schwung und die Reste von Silvester verspeisten wir zum Sonnenuntergang auf der Terrasse. Ein gemütliches Lagerfeuer bildete den krönenden Abschluss vom ersten Tag des Jahres. Willkommen 2021. Die folgenden Tage lebten wir ein ruhiges, harmonisches WG-Leben mit Spaziergängen, Spielrunden, Kochabenden, Laptoparbeiten im „Co-Working-Space“ und dem einen oder anderen Gläschen Aperol Spritz (Resteverwertung von Silvester). Tausend Dank an unsere lieben Gastgebenden für diese tolle Ferienwoche.

Man soll die Feste feiern wie sie fallen. Und zufälligerweise fielen die Geburtstage von J&J (Jakob und Jürgen) beide auf Anfang Januar. Also gleich zwei gute Gründe zum Anstoßen. Jamas! Bei unserer Ankunft am Vorabend verbuddelten wir uns direkt im Sand, sodass wir die erste Nacht in Schräglage schliefen. Gar kein Problem. Am nächsten Morgen nutzte Marco das Rausschaufeln als Frühsport. J&J waren so lieb und luden die Reise-WG nicht nur zu Kaffee und Geburtstagskuchen, sondern auch zu einem extrem leckeren Abendessen mit Grillgemüse und griechischen Köstlichkeiten ein. Ein Hoch auf die Geburtstagskinder. Nach so viel Programm und Feierei fuhren wir erstmal allein weiter. Doch es sollte nicht der letzte Strand gewesen sein, an dem wir unsere lieben Freunde noch treffen würden.

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