Februar Frühling

Die vierte Woche am Kalamata Tennis Club brach an. An einem regnerischen Montagmorgen (wir schreiben den 1. Februar 2021) schafften wir den Absprung und verabschiedeten uns von Jakob, der uns einen tollen Stellplatz empfohlen hatte. Auf diesem besagten Hügel bei Kalianeika machten wir es uns für drei Nächte bequem. Ich genoss das immer besser werdende Wetter am Nähtisch draußen, wohingegen Marco gefühlt tagelang drinnen im Bett an seiner Fitnessapp rumprogrammierte. Sportliche Spaziergänge und Sportübungen sorgten für den körperlichen Ausgleich und mit seinem ersten Benchmark Run läutete Marco den Beginn seines regelmäßigen Lauftrainings ein. Am dritten Abend bekamen wir Besuch von einem Schweizer Radreisenden. Wow, ich ziehe meinen imaginären Hut vor Leuten, die „nur“ mit Lastenrad und Zelt unterwegs sind. Näher an der Natur kann man fast gar nicht sein. Da leben wir in unserem Bus im puren Luxus. 

Als das Wetter beständig genug war wollten wir endlich mal wieder wandern gehen. Unser Ziel: Die spektakuläre Rindomo-Schlucht. Zusammen mit Jakob machten wir uns auf den Weg und folgten einem trockenen Flussbett, das anfangs noch flach war und uns später mit einigen Kletterpassagen über große Felsbrocken viel Vergnügen bereitete. Irgendwann rückten die Wände näher und wir fanden uns in der kühlen und dunklen Schlucht wieder. Fasziniert von den Wassertropfen, die rhythmisch auf uns runterrieselten entdeckten wir über uns eine alte Brücke und kamen nur knapp an einem Wasserfall vorbei, der an der engsten Stelle der Schlucht kraftvoll auf den Boden prasselte.

Am nächsten Tag machten wir noch einen Abstecher zu einer Dorfruine. Bei unserer Ankunft im anliegenden Ort erzählte uns ein Einheimischer, dass dort gerade Dreharbeiten stattfinden und wir am besten noch kurz warten sollten. Kurz darauf kamen uns etliche Autos mit dem (teilweise noch verkleideten) Filmteam entgegen. Die Outfits sahen sehr mittelalterlich aus. Im zerfallenen Dorf waren wir dann schließlich fast allein und Marco nutzte die Gelegenheit zum Geocachen.

Auch wenn wir eigentlich schon längst hätten weiterfahren wollen, ging es ein letztes Mal zurück nach Kalamata (home, sweet home), um Jürgen zu verabschieden. Überraschenderweise stellte er uns die hübsche Charly vor. Nein, keine neue Frau an seiner Seite, sondern eine liebenswerte Hündin, in die er sich während seiner ehrenamtlichen Arbeit im Tierheim verliebt hat. Auf Wiedersehen und viel Spaß mit deiner neuen Flamme, lieber Jürgen! Am Ende blieben wir dann doch nochmal eine ganze Woche am Kalamata Tennis Club. Unsere wöchentlichen Highlights waren Lachs mit Teriyaki Sauce, das erste „Videosaufen“ mit unserem Berliner Freundeskreis und Marcos erster 5-Kilometer-Lauf (RESPEKT – vor allem wenn man bedenkt, dass er einen Monat vorher keine 10 Minuten am Stück durchgehalten hat… und mittlerweile läuft er mir beim gemeinsamen Joggen davon!). Am Tag unserer Abfahrt bekamen wir noch Salz geschenkt von einem netten Typen, der in seinem Kurzhauber lebt und eine Badewanne hinten auf seinem Gepäckträger dabei hat. Als der Messertyp vom Elea Beach sich zwischen Jakob und uns stellte, machten wir uns ganz schnell fahrbereit. Goodbye, Kalamata!

Wir waren wieder „on the road“, bestaunten den Foneas Beach und Kataphygi und setzten uns als neues Ziel, die Peloponnes zu umrunden (man braucht ja immer Perspektiven im Leben). Rein zufällig landeten wir nach einer Bergfahrt auf einem Kirchplatz, der so idyllisch aussah, dass wir den Rest des Tages dort bleiben wollten. Es blühte überall (Mitte Februar bitteschön!) und kurz darauf entdeckten wir beim Spazierengehen ein wunderschönes Amphitheater. Die perfekte Kulisse, um den Tag ausklingen zu lassen.

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