Der Norden von Pakistan kam uns Mitte April 2022 wie ein neues Reiseland vor. Die Natur veränderte sich, wir mussten uns eine neue SIM Karte kaufen, die Menschen waren anders drauf. Wir wurden in Gilgit zwar immer noch mit offenen Mündern bestaunt, doch je nördlicher wir kamen umso gewöhnter schienen die Leute im Umgang mit ausländischen Touristen zu sein. Ein netter Hotelbesitzer hatte uns bei der Stellplatzsuche beobachtet und ludt uns prompt ein, bei ihm im Hinterhof zu stehen, solange wir möchten. Das nahmen wir dankend an, schließlich standen Marcos Arbeitstage bevor und ich nutzte die Zeit, um einen Reiseplan für unsere Nordrunde zu erstellen, denn mit Internet konnten wir in den Bergen nicht immer rechnen. Frieda und Sebastian stießen mit Motorrad und Campingausrüstung dazu. Sie hatten ihren Düdo in Islamabad untergebracht, um die Nordtour mit einem Moped zu bestreiten. In den folgenden Tagen und Wochen wuchsen wir zu einem super Reiseteam zusammen.















Das Hunza Tal wurde für einige Zeit zu unserem Zuhause. Verglichen mit den Strapazen aus West-Pakistan fühlten wir uns endlich wieder frei und fast wie im Paradies. Wir konnten wandern gehen (der Blick ins Tal vom schwarzen Gletscher aus war einfach nur atemberaubend), leckeres pakistanisches Essen genießen (ohne die nächste schwere Lebensmittelvergiftung zu bekommen), nach Lust und Laune shoppen gehen (wir wollten schließlich nicht die Chance verpassen ein paar Souvenirs aus Pakistan mitzubringen) und wir sind sogar an eine Flasche „Hunza Water“ gekommen (ein selbstgebrannter mit Wasser verdünnter Schnaps, nach dessen Konsum wir eine gutgelaunte Begegnung mit einem Bagger hatten, die an dieser Stelle jedoch unerzählt bleiben will).















Nach ein paar Tagen in Hunza’s „Hauptstädtchen“ Abottabad fuhren wir über den Attabad Lake nach Passu und von dort zum Borit Lake, wo wir bei einer steilen Wanderung entlang des Passu Gletschers auf 3.000 Höhenmetern viel Spaß hatten. Wieder zurück in Passu trafen wir ein Touristenpaar aus China, die uns mit GoPro-Kamera bewaffnet nach einem Interview mit Roomtour fragten. Wir ließen uns darauf ein und erfuhren beim anschließenden Smalltalk, dass die beiden ein Business in Indien haben, jedoch seit drei Jahren nicht mehr in ihr Heimatland nach China einreisen können, weil die chinesischen Grenzen seitdem aufgrund von Covid-19 geschlossen sind.















Für Marcos Arbeitstage ließen wir uns auf dem Parkplatz eines Hotels in Gulmit nieder. Ein schöner Spaziergang führte uns zur Passu-Hängebrücke. Wir haben uns beide nicht getraut die Brücke komplett zu überqueren. Dann kam aus dem Nichts ein Bauarbeiter, der ohne zu zögern mit gekonnten Schritten ohne sich festzuhalten auf den morsch-erscheinenden Brückenbrettern zur anderen Uferseite rüberlief. Hut ab, der hat es uns auf jeden Fall gezeigt!












Für einen Ausflug zur Chinesischen Grenze (die ja weiterhin geschlossen war, aber aus der Ferne angucken wollten wir sie uns trotzdem gern) trafen wir uns mit Frieda und Sebastian wieder. Die Route führte anfangs durch einen Nationalpark. An der Schranke mussten wir Struppi verstecken, weil Hunde offiziell nicht erlaubt waren. Natürlich haben wir sie im Nationalpark auch nicht frei laufen lassen. Wir konnten Yaks und Murmeltiere beobachten und wir hörten, dass sogar eine Ibex-Herde in Sichtweite unterwegs war, die wir aber leider verpassten. Unsere Spritztour ging über den Khunjerab Pass auf 4.600 Höhenmeter hinauf, wo es tatsächlich schneite. Zu dem Zeitpunkt ein Höhenrekord für Waldrian, der in Indien jedoch noch getoppt werden sollte.















Tolle Bilder!!